Geschichte

Chiara Corbella ist am 13. Juni 2012 dem Himmel geboren worden. Sie war 28 Jahre alt und mit Enrico Petrillo verheiratet. Sie sind in der Pfarrei aufgewachsen und haben an Jugendwelttagen teilgenommen: ein ganz normales Paar der Generation „Johannes Paul II“.

Nachdem sie sich in Medjugorie kennen gelernt hatten, haben sie ihre Liebesbeziehung durch die Hilfe einiger Franziskanerbrüder in Assisi vertieft und haben im September 2008 geheiratet.foto chiara

Chiara ist sofort schwanger geworden. Leider wurde aber dem Mädchen, Maria, schon in den ersten Ultraschall-Untersuchungen die Diagnose Anenzephalie gestellt. Ohne zu Schwanken haben sie in ihr Herz geschlossen und bis zur Geburt in dieser Welt begleitet, und nach ca. 30 Minuten auch zur Geburt in den Himmel. Ich selbst war bei der Begräbnisfeier dabei und es war eines der schönsten Erlebnisse meines Lebens. Der Sieg Christi über den Tod wurde deutlich gemacht durch den kleinen weißen Sarg und die Eltern, die Lieder geschrieben und gesungen haben und während des ganzen Gottesdienstes dem Herrn gedankt und ihn gepriesen haben. Ein paar Monate später kam die zweite Schwangerschaft. Auch in diesem Fall ist der Ultraschall nicht gut gegangen. Diesmal war es ein Junge und er hatte keine Beine. Ohne zu fürchten und mit einem Lächeln im Gesicht haben sie beschlossen, auch diese Schwangerschaft weiterzuführen. Ich selbst habe mit Enrico darüber gesprochen, wie er sich über dieses Kind freute, auch wenn es keine Beine hatte. Leider hat sich im 7. Monat im Ultraschall allerdings herausgestellt, dass – neben den fehlenden unteren Gliedmaßen- auch viszerale Fehlbildungen vorhanden waren. Diagnose: nicht lebensfähig. Und wieder beschließen die zwei mit einem Lächeln (ich habe dieses Lächeln, das durch den Glauben kommt, gesehen und beobachtet) auch den kleinen David bis zur Geburt in den Himmel zu begleite (auch diesmal kurz nach der Geburt hier, in dieser Welt).

Auch bei Davids Begräbnisfeier war ich dabei. Wieder viel Schönheit, viel Glauben und eine Art Neid auf diese Freude, die trotz des Kreuzes da war. Es war keine falsche oder gespielte Freude und sie war ein Beispiel für viele gleichaltrige Familien.

Und letztendlich noch eine Schwangerschaft: Francesco…ich und alle Freunde haben uns riesig über diese Nachricht und Chiara und Enricos Lebenshoffung gefreut. Viele hätten – verständlicherweise – darauf verzichtet, es wieder zu versuchen. Die Ultraschall-Kontrollen bestätigten zwar die Gesundheit des Kindes,  im 5. Monat kommt allerdings wieder ein Kreuz. Chiara hat eine schlimme Läsion auf der Zunge und nach dem ersten Eingriff haben die Ärzte ihr mitgeteilt, es handele sich um ein Karzinom. Nichtsdestotrotz wollten Chiara und Enrico das Leben des Kindes schützen. Sie hatten keinen Zweifel daran, die Schwangerschaft weiterzuführen, auch wenn Chiaras Leben auf dem Spiel stand. Denn Chiara hat erst nach der Geburt die radikalere OP und die Chemio- und Radiotherapiezyklen durchführen können. Viele Familien und auch ich sind Augenzeugen, wie sie all diese Momente, in denen sie auf die Probe gestellt wurden, mit einem Lächeln und einem unbegreiflich ruhigem Vertrauen auf die Vorsehung durchgestanden haben.

foto chiara 2Ich habe oft mit Chiara und Enrico darüber geredet, wie sie sich nie von diesen Situationen umwerfen haben lassen, sondern immer den Willen Gottes angenommen haben, der nichts dem Zufall überlässt. Und dass sie immer ihr tägliches Weihgebet an Maria aufgesagt haben, das mit „Totus tuus“ (Ganz dein) endet…ich könnte noch sehr viel mehr erzählen…die schwierigen Monate der Chemio- und Radiotherapie, der Familien-Rosenkranz an allen Donnerstagen (organisiert von verschiedenen Familien, die ihnen nahestanden), die Weihe ihres Kindes an Maria in der Portiunkula…jetzt ist Chiara dem Himmel geboren worden. Und viele sind Zeugen ihres heiligen Lebens.

Gianluigi De Palo